Kunst fällt nicht vom Himmel…

… aber manchmal schaut´s fast so aus.
Und wer sich davon ein Bild machen will, der hat ab nun die Gelegenheit dazu. Denn unser bilding ist „gelandet“, öffnet Tür und Tor für alle Kinder und Jugendlichen, die ihre kreativen Fähigkeiten entdecken und weiter entwickeln wollen. Eine Raumlandschaft aus Holz und Glas bietet Platz für eine Materialwerkstatt, ein Malatelier, eine Medienwerkstatt, einen alle Bereiche verbindenden Kommunikationsraum und schafft mit Innen- und Aussenrampen fließende Übergänge vom öffentlichen Parkraum direkt in die Werkstätten und umgekehrt. Im Rapoldipark in Innsbruck entstand damit ein experimenteller Freiraum, entworfen und gebaut von jungen Menschen für junge Menschen. Ein Ort der Veränderung, welcher Bildung als „im Prozess sein“ versteht und zum kreativen Gestalten einlädt.

Mit bilding wollen wir einen Ort als „Schule“ etablieren, in dem Freigeist gefragt ist, wo es darum geht Fragen zu stellen und im Experiment Antworten zu suchen. Leistungs- und Kompetenzkataloge, so wie sie im allgemeinen Bildungswesen angewandt werden, mögen zwar umfassend und ambitioniert sein, doch ohne Kreativförderung können sie nur lückenhaft und damit unbefriedigend erfüllt werden. Viel Energie und Zeit wird dafür aufgewendet, vergleichbare Wissens- und Kompetenzstandards vom Kleinkindalter an einzuführen und möglichst flächendeckend umzusetzen. Eine Sisyphusarbeit, wenn man vom „Wunder Mensch“ und seinen unendlichen „Abweichungen“ von Norm und Regel ausgeht – eben jener Umstand, der Forschung, Entdeckungen und Erfindungen in all unseren Lebensbereichen möglich macht.

Kreativität ist eine Eigenschaft lebender Systeme und von frühester Kindheit an in uns angelegt. Sie gehört in allen Bereichen, der künstlerischen, naturwissenschaftlichen genauso wie der technischen Wissensgesellschaft als besondere Fähigkeit erkannt, wertgeschätzt und gefördert. Wissen heißt mit Hand und Kopf verstehen und begreifen und es braucht Kreativität, um dieses Wissen als Gestaltungskraft für unseren Lebensraum einsetzen zu können.

Wo die Kreativität Schnittstelle vom kognitiven Wissen hin zum ganzheitlichen Verstehen ist, da wirken kreative Gestaltungsprozesse integrativ und inklusiv. Kreativität ist nicht nur für die kreative Person, sondern für alle bedeutsam, denn sie ermöglicht uns Perspektiven zu wechseln und Grenzen zu überschreiten. Und in diesem Sinn lässt sich kulturelle und soziale Diversität als bereichernder Aspekt im schaffen eines vielfältigen und spannenden Lebensumfeld entdecken. (das kostenlose Programm schafft dazu eine Grundvoraussetzung).

Wir müssen Kindern zeigen, dass uns ihre Kreativität wichtig ist und dass wir auf ihre Welt und ihre Sichtweisen neugierig sind, dass wir ihren Gestaltungswillen ernst nehmen und als konstruktive Kraft für eine lebendigen und entwicklungsfähigen Gesellschaft brauchen.
(Monika Abendstein, Oktober 2015)

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