MITTENDRINN – Begegnungszone Innere Stadt

6 - 10 Jahre

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Künstlerische Leitung

Das Raumgestaltenprojekt „MITTENDRIN“ soll mit den SchülerInnen und Lehrkräften der Volksschule einen gemeinsamen Gestaltungsprozess für den Ort und seine Nachbarschaft initiieren. Der partizipativ entwickelte Gestaltungsvorschlag soll zur offenen Diskussion gestellt werden und den allgemeinen Beteiligungsprozess zur neuen innerstädtischen Begegnungszone begleiten. Die VS Innere Stadt soll als Partner in einen gemeinsamen Beteiligungsprozess zur Gestaltung einer Begegnungszone, eines neuen partnerschaftlich genutzten Kultur- und Bildungsraums, eingezogen werden.

 

Gelebte Partizipation stellt ein gesellschaftspolitisches Experiment dar, bei welchem nicht nur die „entscheidungsberechtigten“ Akteure wie Auftraggeber, Investoren, Rechtsvertreter uva. berücksichtigt werden sollen, sondern auch alle Menschen, die den öffentlichen Raum nutzen mit einbezogen werden. Speziell Kinder und Jugendliche nehmen den öffentlichen Raum anders als Erwachsene wahr. Sie erleben ihn aus einer anderen Perspektive und müssen ihn Schritt für Schritt entdecken und sich aneignen. Partizipation setzt Verständnis für den anderen voraus. Eine besondere Herausforderung besteht daher vor allem in diesem Projekt darin, die Erfahrungen der ScülerInnen allen anderen Partnern innerhalb des Beteiligungsprozessen zu vermitteln, diese als gleichwertigen Input in der allgemeinen Diskussion zu positionieren und das Feedback zu den Kindern zuück zu spielen, um den partizipativen Prozess erlebbar zu machen.

 

 

Projektschritte

1. STÄRKEN / SCHWÄCHEN

Um die Stärken und Schwächen des öffentlichen Raums analysieren zu können, wurde im Vorfeld eine allgemeine Umfrage-Kampagne bei allen betroffenen SchülerInnen bzw. Eltern gemacht. Besonderes Interesse galten dem Schulweg, dem Mobilitätsverhalten, den Aufenthaltsorten in der Mittagspause oder beim Abholen, den Lieblingsorten und Außenbereichen. Mit den SchülerInnen wurden die Situationen beobachtet, fotografiert und die Wege planerisch festgehalten.

2. ERARBEITUNG VON VORSCHLÄGEN

Anhand der Umfrageergebnisse wurden Themen wie Begegnung, öffentlicher Raum/Verkehr, aber auch Gestaltungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums aufgegriffen und exemplarisch bearbeitet. Anhand einer mit den Kindern erarbeiteten Stadtteilkarte wurden die Lieblingsplätze analysiert und eine Ideensammlung unter Berücksichtigung aller Nutzergruppen, welche mit den SchülerInnen über Interviews bekannt gemacht wurden, erstellt.

3. IDEEN FORMULIEREN UND AKTIV GESTALTEN
In einem großen selbst designten Stadtplan rund um die Schule wurde die neue Begegnungszone grafisch dargestellt und bearbeitet. Die Fakten und Wünsche sowie aktuelle Mängel und visionäre Gestaltungsvorschläge wurden eingezeichnet. Ein großes Modell, Fotomontagen, Geschichten und Interviewsequenzen ergänzten die Plangrafiken und gaben einen für alle Beteiligten nachvollziehbaren Überblick zu den Veränderungswünschen. In einem Streetartworkshop konnten die SchülerInnen ihre Aufenthaltsbereiche im öffentlichen Raum rund um die Schule mittels gesprayten Tierspuren markieren. Die Tierspuren wurden aus den Geschichten, welche die SchülerInnen zu ihrem Umfeld geschrieben haben, entnommen.

 

 

4. PRÄSENTIEREN

Die finalen Gestaltungsvorschläge wurden in einer abschließenden Schulveranstaltung der gesamten Schule und den beteiligten Projektpartnern vorgestellt. Es wurde eine zusammenfassende Broschüre erstellt, der Innsbrucker Stadtplanung präsentiert und als Grundlage im weiterführenden Gestaltungsprozess zur Verfügung gestellt.

 

Ein Projekt im Rahmen der geförderten Architekturvermittlungsserie „Raumgestalten“ der Österreichischen Architekturstiftung und KulturKontaktAustria